’’Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0’’ entsteht in Hannover

Maschinen mit Sprache steuern: Von solchen Industrie-4.0-Technologien sollen bald auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren. (Foto: IPH)

PZH/IPH | Industrie-4.0-Know-how in den Mittelstand bringen: So lautet das Ziel der fünf Kompetenzzentren, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen hat. Das erste Zentrum entsteht jetzt in Hannover unter der Führung von PZH und IPH. Was können Mittelstand und Handwerk erwarten?

Mit 5,3 Millionen Euro fördert der Bund das erste Kompetenzzentrum zunächst für drei Jahre. Das Produktionstechnische Zentrum Hannover (PZH) und das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) stehen an der Spitze des Konsortiums mit zehn weiteren Partnern. Zu diesen Partnern gehören unter anderem auch das Laser Zentrum Hannover (LZH) und die Robotation Academy.

Schaufabriken und Schulungen starten 2016

Die Aufgabe des Kompetenzzentrums wird es sein, kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen und Bremen bei der digitalen Transformation zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Geschäftsfelder im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu erschließen.

Geplant ist unter anderem eine Generalfabrik, in der zu Anschauungszwecken eine komplette Fertigungslinie nach Industrie-4.0-Maßstäben aufgebaut wird. Angesiedelt wird sie bei der Robotation Academy am Messegelände in Hannover, die Eröffnung ist für Ende April 2016 geplant - pünktlich zur Hannover Messe.

Roadshow bringt Industrie 4.0 auch aufs Land

Auch Schulungen wird das Kompetenzzentrum anbieten - etwa zu Big Data, Mensch-Maschine-Interaktion, Arbeit 4.0 und fahrerlosen Transportsystemen. Fach- und Führungskräfte können hier einzelne Zertifikate erwerben oder sich in mehreren Modulen zum Industrie-4.0-Experten ausbilden lassen. Ab Mitte 2016 tourt dann auch die Roadshow durch Niedersachsen und Bremen: Ein Truck bringt Industrie-4.0-Demonstratoren und aktuelles Wissen auch in Landstriche mit geringerer Unternehmensdichte.

"Industrie 4.0 nützt auch kleinen Unternehmen"

Direkte und kostenfreie Unterstützung erhalten kleine und mittelständische Unternehmen in Modellprojekten. Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums gehen für drei bis sechs Monate in ausgewählte Firmen und unterstützen sie beispielsweise dabei, ihre Produktion zu vernetzen. Für die Unternehmen ist dieser Service kostenfrei - wenn sie bereit sind, die Erfolge öffentlich zu machen, damit auch andere davon profitieren. 

Denn das Kompetenzzentrum will vor allem eines: Aufklären über Industrie 4.0. "Die Technologien nützen auch kleinen und mittleren Unternehmen - und sie sind gar nicht so teuer und aufwändig, wie viele denken", sagt Karl Doreth, Forschungskoordinator für Industrie 4.0 am PZH. Unternehmen, die an einem Modellprojekt interessiert sind, können sich ab Sommer bewerben. 

von Julia Förster und Susann Reichert

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