Wissen der Mitarbeiter sichern und weitergeben

Wissen ist Kapital: Wenn erfahrene Mitarbeiter ihr Wissen weitergeben, profitiert das gesamte Unternehmen. (Foto: vege - Fotolia.com)

IFW | Jobs in der Fertigung werden immer anspruchsvoller, qualifiziertes Personal ist schwer zu finden. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter deshalb gezielt fördern – und dafür sorgen, dass erfahrene Kollegen ihr Wissen weitergeben. Das IFW unterstützt sie dabei.

Im Wissen der Mitarbeiter steckt das wesentliche Kapital von Unternehmen. Nur wenn sie dieses Wissen verwalten, sichern und systematisch erweitern, können sie auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben. Das gilt besonders in Zeiten der Digitalisierung – denn sie erhöht nicht nur die Produktivität, sondern auch die Ansprüche an die Mitarbeiter in der Fertigung, die immer neue und komplexere Tätigkeiten beherrschen müssen. Der Fachkräftemangel erschwert es Unternehmen zusätzlich, qualifiziertes Personal zu finden. Daher müssen sie die vorhandenen Mitarbeiter bestmöglich weiterentwickeln.

Unterstützung erhalten Unternehmen dabei vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover. Die Wissenschaftler haben das Industrieforum „Kompetenzen in der Fertigungstechnik“ gegründet und bieten Unternehmen halbjährliche Workshops sowie individuelle Unterstützung bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter an. Zudem untersucht das IFW im Forschungsprojekt „SAPA“, wie Unternehmen bereits im Voraus erkennen können, welche Weiterbildungsmaßnahmen sich wirklich lohnen. 

Industrieforum: Wissen erhalten und weitergeben

Das Industrieforum „Kompetenzen in der Fertigungstechnik“ wird von der Region Hannover gefördert. Zu den Mitgliedern gehören vornehmlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des produzierenden Gewerbes. Das Ziel des Industrieforums ist es, die Mitarbeiter in den Unternehmen gezielt zu fördern. Das beginnt beim Kompetenzmanagement: Die Wissenschaftler unterstützen die Mitgliedsunternehmen dabei, die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter strukturiert zu erfassen. Das erleichtert die Personaleinsatzplanung.

Um das Wissen der Mitarbeiter zu erhalten und gezielt weiterzuentwickeln, ist zudem ein Wissensmanagement nötig – also die Aufnahme, Speicherung und Weitergabe von Wissen. Gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen setzt das IFW Methoden um, die es ermöglichen, Wissen in der Praxis effizient weiterzugeben – zum Beispiel, indem Mitarbeiter in der Fertigung ein Tablet nutzen, das sie durch alle notwendigen Arbeitsschritte führt. Eng mit dem Wissensmanagement verbunden ist das E-Learning: Hier werden den Mitarbeitern Lerninhalte in digitaler Form zur Verfügung gestellt, die sie jederzeit und an jedem Ort flexibel durcharbeiten können.

Bei der Umsetzung dieser Themen arbeiten die Mitglieder des Industrieforums eng mit den Wissenschaftlern des IFW zusammen. Zum einen organisiert das IFW halbjährliche Workshops für den Erfahrungsaustausch, zum anderen bietet es Unternehmensbesuche an. Im Gespräch vor Ort finden die Experten individuelle Ansatzpunkte, wie sich Mitarbeiter qualifizieren und Wissen erhalten lassen. Zudem unterstützen die Wissenschaftler bei der Umsetzung in der Praxis.

Forschung: Welche Weiterbildungsstrategie zahlt sich aus?

Um herauszufinden, welche Weiterbildungsmaßnahmen sich finanziell lohnen, können sich Unternehmen am Forschungsprojekt „SAPA“ beteiligen. Das Projekt setzt bei der Erweiterung von bestehendem Wissen an. Wenn Neueinstellungen wegen des Fachkräftemangels schwer möglich sind und der demografische Wandel dazu führt, dass erfahrende und hoch qualifizierte Personen aus dem Unternehmen ausscheiden, sind Weiterbildungsmaßnahmen für die verbleibenden Mitarbeiter erforderlich. Ebenso fordert die Digitalisierung lebenslanges Lernen. Unternehmen benötigen somit zwingend eine passende Weiterbildungsstrategie.

Die Herausforderung: Während Unternehmen schon im Voraus wissen, wie viel eine Weiterbildungsmaßnahme kostet, können sie ihren Nutzen erst nachträglich bewerten. Deshalb fällt es so schwer, die besten Maßnahmen auszuwählen.

Künftig soll die Kosten-Nutzen-Analyse bereits im Voraus möglich sein – daran arbeiten Wissenschaftler des IFW und des Instituts für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung (ifBE) der Leibniz Universität Hannover im Forschungsprojekt „SAPA“. Mit einer Materialflusssimulation wollen sie das komplexe Verhalten eines Produktionssystems abbilden, die aktuelle Produktion bewerten und den Nutzen verschiedener Weiterbildungsmaßnahmen untersuchen. Mit diesen Analysen können Unternehmen anschließend ihre optimale Weiterbildungsstrategie bestimmen.

Interessierte Unternehmen können sich beteiligen

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bestmöglich weiterqualifizieren wollen, können sich sowohl am Forschungsprojekt „SAPA“ als auch am Industrieforum „Kompetenzen in der Fertigungstechnik“ beteiligen. Interessenten wenden sich an Silas Fohlmeister vom IFW: Zu erreichen ist er unter der Telefonnummer (0511) 762-18162 und per E-Mail an fohlmeister@ifw.uni-hannover.de

von Silas Fohlmeister und Sebastian Stobrawa

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Wissen ist Kapital: Wenn erfahrene Mitarbeiter ihr Wissen weitergeben, profitiert das gesamte Unternehmen. (Foto: vege - Fotolia.com)
  • Neue Technologien, Mitarbeiterfluktuation, Fachkräftemangel: Mit diesen Herausforderungen beschäftigt sich das Industrieforum. (Foto: IFW)
  • Für die Mitglieder des Industrieforums bietet das IFW Workshops, Unternehmensbesuche, Prototypenentwicklung und mehr an. (Foto: IFW)
  • Kern des Forschungsprojekts „SAPA“: Die Suche nach der optimalen Weiterbildungsstrategie für produzierende Unternehmen. (Foto: IFW)
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