Erfolg für Sonderforschungsbereich „Tailored Forming“

Projektdemonstrator: eine hybride Welle. (Foto: Leo Menzel)

PZH | Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich (SFB) der Leibniz Universität für weitere vier Jahre mit gut zehn Millionen Euro. Rund 45 Wissenschaftler arbeiten daran, völlig neue Prozessketten zur Herstellung hybrider Massivbauteile zu entwickeln und umzusetzen.

Verdient haben diesen Erfolg Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Instituten der Fakultät für Maschinenbau, aus dem Laser Zentrum Hannover und dem Institut für Integrierte Produktion Hannover, die in den zurückliegenden vier Jahren in enger Kooperation damit begonnen haben, neue Impulse für die Produktionstechnik zu setzen. Die Federführung des SFB 1153 „Prozesskette zur Herstellung hybrider Hochleistungsbauteile durch Tailored Forming“ liegt beim Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) am Produktionstechnischen Zentrum; Sprecher ist dessen Leiter Professor Bernd-Arno Behrens. Geschäftsführerin ist Johanna Uhe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFUM.  

Das Ziel des SFB steht schon im Namen: Es geht um die umformtechnische Herstellung maßgeschneiderter Hochleistungsbauteile. Ein Bauteil erfordert an einigen Stellen beispielsweise ein möglichst geringes Gewicht, ein anderer Bereich muss besonders verschleißfest sein. Um ein solches Bauteil ressourcen- und gewichtssparend zu produzieren, wünscht man sich den gezielten Einsatz des „richtigen“ Werkstoffs an der jeweiligen Stelle. Deshalb fügen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB zunächst zwei unterschiedliche Werkstoffe zu einem Halbzeug, aus dem sie durch die Umformung und die anschließende Nachbearbeitung ein maßgeschneidertes Hochleistungsbauteil fertigen. Innerhalb von knapp vier Jahren ist es ihnen gelungen, verschiedene Prozessketten zur Herstellung solcher hybriden Massivbauteile zu entwickeln und umzusetzen.

Ein Bauteil aus verschiedenen, gefügten Werkstoffen umzuformen – das gab es in der Massivumformung bislang nicht. Das Potenzial eines solchen Vorgehens ist riesig, denn egal ob Turbinen, Fahrwerkskomponenten oder Prothesen - Massivbauteile mit unterschiedlichen Belastungszonen sind eher die Regel als die Ausnahme. Groß sind allerdings auch die Herausforderungen. „Die Weiterführung eines SFB bedeutet immer auch eine große Anerkennung dessen, was die Wissenschaftler in den vorangegangenen Jahren tatsächlich geleistet haben“, betont SFB-Sprecher Professor Bernd-Arno Behrens mit Blick auf die Leistung des Teams.

In der im Juli beginnenden zweiten Förderperiode wird der Fokus auf der Erweiterung des Materialspektrums liegen. Geschäftsführerin Johanna Uhe nennt Details: „Wir wollen weitere Funktionen in die Bauteile integrieren und neue Werkstoffkombinationen untersuchen. Die DFG hat uns 18 wissenschaftliche Teilprojekte bewilligt, davon zwei Transferprojekte in Kooperation mit Industriepartnern. Es ist uns extrem wichtig, die bereits erarbeiteten Prozessschritte und -ketten anwendungsnah weiterzuentwickeln und den Transfer unserer Ergebnisse in die Industrie zu beginnen.“

Insgesamt werden zwölf Institutionen an der zweiten Förderperiode des SFB 1153 beteiligt sein: neun Institute der Leibniz Universität Hannover, die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover sowie das Laser Zentrum Hannover (LZH) und das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH). Neu dabei sind das Institut für Montagetechnik (match) am Produktionstechnischen Zentrum Hannover und die TIB.

Julia Förster

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Projektdemonstrator: eine hybride Welle. (Foto: Leo Menzel)
  • Das Team des SFB 1153. (Foto: IFUM)
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