Hannover Messe 2017: Effizient schmieden und additiv fertigen

Stahlkolben lassen sich künftig schneller und günstiger herstellen – mit einem Werkzeug, das das IPH entwickelt hat. (Foto: tamaslaza3 - Fotalia.com)

IPH/LZH | Hinterschnitte schmieden, additiv fertigen, unter Wasser Laserschneiden und Sensoren integrieren: Das ermöglichen die Werkzeuge, die das IPH und das LZH auf der Hannover Messe 2017 präsentieren. Vom 24. bis zum 28. April 2017 stellen sie in Halle 2 ihre Forschungsergebnisse vor.

Wie sich Stahlkolben schneller und günstiger herstellen lassen, zeigt das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH). Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) präsentiert laserbasierte Lösungen für die individuelle Fertigung, dreidimensionalen Leichtbau, effiziente Prozesse und smarte Bauteile.

Schmiedewerkzeug ermöglicht Hinterschnitte

Die IPH-Ingenieure haben ein Schmiedewerkzeug entwickelt, mit dem sich erstmals sogenannte Hinterschnitte einbringen lassen, also Aussparungen im Bauteil. Bei der Herstellung von Stahlkolben lässt sich die Vorbohrung für den Kolbenbolzen damit bereits während des Schmiedens einbringen. Das erleichtert die Nachbearbeitung enorm, beschleunigt den Herstellungsprozess und reduziert die Kosten. Zudem wird der Faserverlauf günstiger, die Kerbwirkung geringer und der Kolben damit belastbarer.

Bisher wird die Kolbenbolzen-Bohrung nach dem Schmieden spanend hergestellt. Mit herkömmlichen Schmiedewerkzeugen ist es unmöglich, Hinterschnitte einzubringen, weil sich die Bauteile dann nicht mehr aus dem Werkzeug entnehmen lassen. Das neue Werkzeug des IPH verfügt deshalb über horizontal bewegliche Stempel. Schließt sich das Gesenk, fahren die Stempel aus und erzeugen Aussparungen für die Kolbenbolzen-Bohrung – eben die Hinterschnitte. Beim Öffnen des Gesenks fahren sie wieder zurück und das Schmiedeteil lässt sich entnehmen.

Auf der Hannover Messe zeigen die Forscher ein Modell des Werkzeugs, das sie im Forschungsprojekt „Hinterschnittschmieden Stahlkolben“ gemeinsam mit Partnern aus der Industrie entwickelt haben.

Mit dem Laser additiv fertigen und unter Wasser schneiden

Individuelle Bauteile aus Kunststoffen und Metallen vom Makro- bis zum Nanomaßstab: Mit den laseradditiven Fertigungsverfahren des LZH lassen sich beispielsweise Leichtbauteile und biokompatible Implantate aus Magnesium in unterschiedlichen Größenordnungen produzieren.

Auch in puncto Bearbeitung kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe (CFK) zeigt das Institut neueste Entwicklungen. Dank innovativer Systemtechnik und optimierter Laserprozesse zur Oberflächenbearbeitung können die Laserexperten fertigungs- und betriebsbedingte Fehlstellen in CFK-Bauteilen zukünftig schneller und kostengünstiger beseitigen.

Automatisierte, laserbasierte Systeme des LZH machen Arbeiten unter Wasser oder direkt am Meeresboden effizienter – vom Schneiden von Spundwänden bis hin zur Detektion von Bodenschätzen.

Ultrakurzpulslaser strukturieren die Oberfläche von Metallen und Nicht-Metallen hochpräzise und erzeugen so integrierte Sensoren direkt auf dem Bauteil. Diese ermöglichen die unmittelbare Kontrolle und Korrektur von Prozessen – eine Anwendung mit viel Potenzial für die Industrie 4.0.

Termin und Tickets

Vom 24. bis 28. April 2017 stellen IPH und LZH am niedersächsischen Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe aus (Halle 2, Stand A08). Kostenlose Fachbesuchertickets sind unter folgendem Link erhältlich: http://www.hannovermesse.de/ticketregistrierung?Rbd4unv2opc25b

von Susann Reichert und Silke Kramprich

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Stahlkolben lassen sich künftig schneller und günstiger herstellen – mit einem Werkzeug, das das IPH entwickelt hat. (Foto: tamaslaza3 - Fotalia.com)
  • Das Schmiedewerkzeug verfügt über bewegliche Stempel, mit denen es Vorbohrungen für den Kolbenbolzen erzeugen kann. (Foto: IPH)
  • Auch aus Kunststoff lassen sich individuelle Bauteile mit dem Laser additiv fertigen. (Foto: LZH)
  • Mit dem Laser lassen sich Spundwände schneller und kostengünstiger schneiden. (Foto: LZH)
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