Daniel Kampen erhält IPH-Zukunftspreis

Professor Behrens überreicht dem Gewinner Daniel Kampen Urkunde und Preisgeld. (Foto: Ralf Büchler)

IPH | Zum ersten Mal hat das Institut für Integrierte Produktion Hannover den IPH-Zukunftspreis verliehen. Die Auszeichnung ging an Daniel Kampen für seine Bachelorarbeit über evolutionäre Algorithmen. Seine Ergebnisse helfen der Schmiedeindustrie, Zeit und Material zu sparen.

Wie lassen sich querkeilgewalzte Vorformen für Bauteile so optimieren, dass beim Schmieden möglichst wenig Material verschwendet wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich Daniel Kampen bereits während seines Praktikums am IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH. Der 22-jährige Student der Leibniz Universität Hannover entwickelte eine Software, die den sonst sehr zeitaufwändigen Arbeitsprozess von Konstruktionsingenieuren in weniger als einer Minute erledigt.

Dafür konnte er sein Wissen über FEM-Simulationen und Matlab-Programmierung anwenden und gleichzeitig erste Erfahrungen in der Wirtschaft sammeln. Denn die Probeteile wurden zusammen mit dem Projektpartner geschmiedet und die Vorform so optimiert. „Die Nähe zur Wirtschaft fand ich spannend – und dass ich praktisch anwenden konnte, was ich an der Uni gelernt habe“, sagt er.

Ausgezeichnete Abschlussarbeit

Für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Analyse und Bewertung eines evolutionären Algorithmus zur Vorformoptimierung von Schmiedebauteilen“ erhielt Kampen den IPH-Zukunftspreis, den das Institut dieses Jahr zum ersten Mal verliehen hat. Mit dem Zukunftspreis soll künftig jährlich die beste studentische Abschlussarbeit am IPH ausgezeichnet werden. Der Preis beinhaltet neben einer Urkunde auch 500 Euro in bar.

Evolutionärer Algorithmus spart Zeit und Material

Kampen verglich in seiner Bachelorarbeit die Ergebnisse seines Algorithmus mit der manuellen Auslegung von Vorformen. Dabei kam heraus, dass die Software nicht nur schneller, sondern auch präziser ist als der Mensch. Uni-Professor und IPH-Gesellschafter Dr. Bernd-Arno Behrens lobte Kampens Arbeit während der Preisverleihung als „herausragend“ und „absolut relevant für die Industrie“. Denn Schmiedeunternehmen könnten dank des Algorithmus in Zukunft nicht nur Zeit sparen, sondern auch Material: Der Algorithmus legt die Vorformen so aus, dass der sogenannte Gratanteil reduziert wird und beim Schmieden weniger Stahl eingesetzt werden muss.

Kampen hat nach seinem Bachelor in Computergestützten Ingenieurswissenschaften nun den Master in Maschinenbau an der Uni Hannover begonnen und kann sich auch in Zukunft vorstellen, neben dem Studium am IPH zu arbeiten. „Gut möglich, dass ich auch meine Masterarbeit am IPH schreibe. Ich könnte mir auch vorstellen, später hier am Institut zu promovieren“, so der 22-Jährige.

von Judith Kebbe

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  • Professor Behrens überreicht dem Gewinner Daniel Kampen Urkunde und Preisgeld. (Foto: Ralf Büchler)

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  • Die Simulation in diesem Video veranschaulicht: Der von Daniel Kampen entwickelte Algorithmus erzeugt automatisch eine optimale Vorform für ein längliches Schmiedeteil.
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