Erneut ausgezeichnet: Die Metallographie der Werkstoffkunde

Bild 1: Mareike Reiter (links) und Ute Teuber vom IW belegten erste Plätze beim metallographischen Fotowettbewerb. (Foto: IW)

IW | Wer Metall unter dem Mikroskop untersucht, kann Erstaunliches entdecken: Mal schimmert es in bunten Farben, mal erscheinen Bilder von Kängurus oder Delfinen. Zwei Mitarbeiterinnen des Instituts für Werkstoffkunde (IW) sind für ihre außergewöhnlichen Bilder ausgezeichnet worden.

Die metallographische Präparation bietet Materialwissenschaftlern tiefe Einblicke - denn anhand der mikroskopischen Bilder können Zusammenhänge oder Prozesse im Material sichtbar gemacht werden, die etwa durch Temperatureinflüsse oder Verformungen entstehen. Dabei helfen sogenannte Schliffe als praktische Belege für wissenschaftliche Theorien. Unter Schliffen versteht man Proben oder Probenausschnitte, die in Kunststoff eingebettet und anschließend geschliffen, poliert und manchmal auch geätzt werden. Dabei benötigt jeder Werkstoff ein eigenes Rezept, um die notwendigen Informationen  mikroskopisch untersuchen zu können.

In der Metallographie des Produktionstechnischen Zentrums Hannover (PZH) arbeiten seit 2006 Experten aus den drei Instituten IW, IFW und IFUM zusammen. Derzeit stellt das Institut für Werkstoffkunde (IW) vier Mitarbeiterinnen und eine Auszubildende, die anderen beiden Institute jeweils einen Mitarbeiter.

Ausgezeichnete Arbeit

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde ist das Team der Werkstoffkunde erneut ausgezeichnet worden: In den Kategorien "Allgemeine Metallographie" und "Heitere Metallographie" belegten zwei IW-Mitarbeiterinnen erste Plätze. Auf dieser Tagung treffen sich jedes Jahr Materialkundler aus ganz Deutschland, um aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Industrie zu erhalten. Neben wissenschaftlichen Vorträgen findet ein Fotowettbewerb für metallographische Bilder statt.

Ute Teuber vom IW konnte in der Kategorie "Allgemeine Metallographie" punkten: Sie präsentierte die Aufnahme eines Strangpressprofils aus einer Aluminiumlegierung, die in unzähligen Blau-, Violett-, Gelb- und Brauntönen erscheint (siehe Bild 2).

In der Kategorie "Heitere Metallographie" überzeugte Mareike Reiter mit dem Schliffbild einer Magnesiumgussprobe, das sie in ein Suchbild verwandelt hatte. In der Legierung sind ganz unterschiedliche Figuren zu erkennen, darunter ein Känguru, ein Delfin und eine der berühmten Nana-Skulpturen der Künstlerin Niki de Saint Phalle (siehe Bild 3).

Erneute Ehrung

Die PZH-Metallographie wurde auf der diesjährigen Tagung nicht zum ersten Mal ausgezeichnet: In den vergangenen Jahren hat das Team bereits sechsmal erste Plätze belegt. So gewann Ute Teuber 2011 mit der Untersuchung eines Thermoelements in einer gesteuert erstarrten Aluminiumschmelze: In der Aufnahme entdeckte sie den kleinen E.T. (siehe Bild 4).

von Mareike Reiter

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Bild 1: Mareike Reiter (links) und Ute Teuber vom IW belegten erste Plätze beim metallographischen Fotowettbewerb. (Foto: IW)
  • Bild 2: Ausgezeichnete Aufnahme: Schliff eines Aluminium-Strangpressprofils mit Pressnaht im polarisierten Licht. (Foto: Ute Teuber)
  • Bild 3: Suchbild: In der mikroskopischen Aufnahme einer Magnesiumgussprobe lassen sich Figuren entdecken. (Fotomontage: Mareike Reiter)
  • Bild 4: Siegerfoto von 2011: In dieser kontrolliert erstarrten Aluminiumschmelze scheint sich E.T. zu verstecken. (Foto: Ute Teuber)
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