Klima, Ressourcen, Konsum: Expertenvorträge im Video

Bild 1: Julian M Allwood entlarvt vermeintlich energieeffiziente Entwicklungen in der Automobilindustrie. (Foto: China Hopson)

PZH | Renommierte Vordenker im Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH): Professor Julian M Allwood aus Cambridge/UK und Professor Niko Paech aus Oldenburg eröffneten das „Zukunftslabor Produktion und Gesellschaft“. Ihre Vorträge sind jetzt online im Video zu sehen.

Unter dem Titel „Zukunftslabor Produktion und Gesellschaft“ lädt das PZH seit März 2016 Vordenker ein, sich zu globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenübernutzung zu äußern und mit den Wissenschaftlern des PZH zu diskutieren. Die Vorträge des Ingenieur- und Umweltwissenschaftlers Julian M Allwood und des Ökonoms Niko Paech sind jetzt als Video abrufbar unter www.pzh-hannover.de/zpg_videos.

„Die Produktion halbieren, die Nutzungsdauer verdoppeln“

Julian M Allwood, Professor für Ingenieur- und Umweltwissenschaften in Cambridge, ist einer der international renommiertesten Wissenschaftler in der Umformtechnik. Er beschäftigt sich außerdem mit der Rolle der Industrie für den Klimawandel. Sein Fazit: Alternative Energien auszubauen und Prozesse effizienter zu gestalten reicht nicht. Wenn wir das Zwei-Grad-Klimaziel erreichen wollen, ist ein breites Umdenken in der Gesellschaft notwendig. Das Motto fürs Konsumieren, aber auch fürs Produzieren laute dann eher „half as much for twice as long“ – also die Produktion halbieren und die Nutzungsdauer verdoppeln.

Allwood ist Gastautor des neuen PZH-Magazins, das sich ebenfalls mit Zukunftsvisionen beschäftigt und als PDF-Datei zum Download zur Verfügung steht: www.pzh-hannover.de/pzh-publikationen.

 „Es gibt keine nachhaltigen Produkte, sondern nur nachhaltiges Verhalten“

Nachhaltiges Wachstum gebe es nicht, denn Wachstum lasse sich nicht von ökologischen Auswirkungen entkoppeln. Das meint Niko Paech, der in Oldenburg den Lehrstuhl „Produktion und Umwelt“ vertritt und einer der bekanntesten Postwachstumsökonomen Deutschlands ist. Ökoprodukte seien für viele Menschen mittlerweile oft  ein Alibi, um es an anderer Stelle mit der CO2-Bilanz nicht so genau zu nehmen – als Beispiel nennt er „vegane Vielflieger“. Um aus dem Wachstumsdiktat auszusteigen, schlägt Paech vor, neue Möglichkeiten der Selbstversorgung auszuschöpfen und sich von Lebensweisen abzuwenden, die übermäßig Ressourcen verbrauchen.

Auch in einer Postwachstumsgesellschaft seien Produktionstechniker sehr gefragt, bestätigt Paech auf Rückfrage: Natürlich sei die effizienteste, konsistente Lösung gerade auch in einer solchen Gesellschaft unverzichtbar.

„Sie tun nicht, was sie wissen“: Vortrag von Harald Welzer am 6. Juni

Am Montag, 6. Juni 2016, ist Harald Welzer im PZH zu Gast. Der Sozialpsychologie und Gründer der „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“ wird die Reihe zunächst beenden. Sein Vortrag „Denn sie tun nicht, was sie wissen. Vom Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln“ beginnt um 13 Uhr im Hörsaal des PZH. Gäste sind willkommen; der Platz ist begrenzt.

von Julia Förster

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Bild 1: Julian M Allwood entlarvt vermeintlich energieeffiziente Entwicklungen in der Automobilindustrie. (Foto: China Hopson)
  • Bild 2: Niko Paech hält ein CO2-Budget für jeden Menschen auf der Welt für eine faire und notwendige Vorgabe. (Screenshot aus Video; elsa Medienproduktion, LUH)
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