GREAN-Studie: Wo steht die Produktion heute?

Das "New Normal" hat in Fabriken Einzug gehalten. (Foto: Science in HD auf Unsplash)

GREAN | Anfang des Jahres 2020 befragte die GREAN GmbH produzierende Unternehmen nach den Auswirkungen der Corona-Krise. Diese Studie wiederholte sie im Winter, um verschiedene Fragen zu beantworten: Was hat sich seitdem in der Produktion verändert? Welche Themen werden den Unternehmen in Zukunft wichtig sein?

Das Jahr 2020 war vor allem durch eins geprägt: Das Virus Covid-19. Für die erste Studie der GREAN GmbH aus Garbsen wurden über 80 produzierende Unternehmen online oder telefonisch zu ihrer Situation in der Pandemie befragt. Das Ergebnis der ersten Studie: die meisten Unternehmen waren optimistisch, was die zukünftige Entwicklung anging. Doch wie sieht es ein halbes Jahr später aus?

"Bereits zum zweiten Mal haben wir untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf die Zielgrößen in der Produktion niederschlägt", erklärt Dr. Tobias Heinen, Geschäftsführer von GREAN. "Neben dem Einfluss etwa auf die logistische Leistungsfähigkeit der Produktion können wir nun aber auch erkennen, wie sich die Wahrnehmung über den Sommer verändert hat und welche Themen genau jetzt wichtig sind", führt der promovierte Ingenieur aus.

An der zweiten Befragung beteiligten sich insgesamt 90 Unternehmen aus der Metallverarbeitung, dem Anlagen- und Maschinenbau, der Medizintechnik sowie der Kunststoffindustrie. Und der positive Blick nach vorn bleibt bestehen: nur sieben Prozent der Unternehmen sehen eine künftige Verschlechterung ihrer Lage.

Unternehmen bleiben optimistisch

Drei Viertel der befragten Unternehmen geben an, dass die Anzahl der Lieferanten auch in dieser mitunter schwierigen Zeit gleichgeblieben sei. Die Auslastung in der Produktion bleibt weiterhin hoch, mehr als 50 Prozent der Unternehmen erwarten sogar eine gesteigerte Auslastung. Dr. Tobias Heinen stellt fest: "In einzelnen wichtigen Indikatoren erkennen wir derzeit eine Verbesserung. So sinkt der Grad der wahrgenommenen Unsicherheit und auch die Auslastung in der Produktion steigt."

Im Gegensatz dazu ist die Bereitschaft zur Investition weiterhin verhalten. 78,6 Prozent geben sie als "mittel" oder "gering" an. In Zeiten einer Krise und mit ungewissem Ende der Pandemie ist dies nicht verwunderlich. 13,8 Prozent der Befragten geben an, ihre Investitionsbereitschaft in Zukunft noch weiter zu reduzieren. Sinkend ist jedoch auch das Gefühl der Unsicherheit: Während bei der ersten Studie noch über 94 Prozent der Unternehmen Unsicherheit verspürten, sind es nun 20,7 Prozent mit einer "hohen" und 65,5 Prozent mit einer "mittleren".

Blick in die Zukunft

Die GREAN GmbH fragte nicht nur nach dem aktuellen Stand der Unternehmen, sondern auch nach zukünftigen Trends. Auch hier gibt es eine klare Konstante: Für die meisten befragten Unternehmen bleibt die Effizienzsteigerung und das Cost Cutting eines der wichtigsten Themen. Im Vergleich zur Vorstudie hat das Thema Digitalisierung an Relevanz verloren, bleibt aber dennoch wichtig. Dies trifft allerdings nicht auf das Thema Klimaschutz und CO2-Neutralität zu. Es scheint für die Produktion der befragten Unternehmen der Zukunft weniger relevant zu sein als noch in der Vorstudie.

Bei der letzten Frage von GREAN an die Unternehmen nach einem Thema, welches in Zukunft in der Produktion im Vordergrund stehen wird, liegen sowohl Effizienzthemen als auch die Erschließung neuer Märkte und Produkte vorne.

Insgesamt scheint die wirtschaftliche Stimmungslage in den befragten Unternehmen gut zu sein, die Stimmung bleibt optimistisch. Innerhalb der Produktionen gab es kaum große Änderungen. Dahingegend zeichnet sich vor allem für die Zukunft eine Verschiebung ab: Effizienzthemen werden immer wichtiger. Ressourceneffizienz scheint im Gegensatz dazu mehr zu einer Art "Luxusproblem" zu werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage innerhalb der produzierenden Unternehmen im Jahr 2021 verändert.

Die gesamte Studie kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

von Denise Wullfen

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