Mitarbeiter für die Additive Fertigung qualifizieren

Betriebe, die Metallbauteile in 3D drucken wollen, müssen ihre Mitarbeiter gezielt qualifizieren. (Foto: LZH)

LZH | Additive Fertigungsverfahren sind flexibel einsetzbar, etwa um Lieferengpässe zu kompensieren oder individualisierte Bauteile ressourcenschonend herzustellen. Damit Unternehmen diese Vorteile nutzen können, müssen sie ihre Mitarbeiter für den 3D-Druck qualifizieren.

Bauteile konstruieren, 3D-Druckanlagen bedienen, Fehler erkennen und beheben: Fachkräfte für die Additive Fertigung benötigen spezielle Kenntnisse. Setzen Betriebe Elektronenstrahl- oder Laserstrahlverfahren für den 3D-Druck ein, müssen sie aufgrund gesetzlicher Bestimmungen entsprechende Beauftragte benennen. Im Falle der laserbasierten Verfahren beispielsweise einen oder mehrere Laserschutzbeauftragte.

In bestimmten Branchen wie der Automobilindustrie oder der Luft- und Raumfahrt sind zudem häufig Zertifizierungen erforderlich, um nachzuweisen, dass die Mitarbeiter geeignet qualifiziert sind. Für das Schweißen sind entsprechende nationale und internationale Zertifizierungsprogramme längst etabliert. Der Deutsche Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um auch für die Additive Fertigung Qualifizierungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die Richtlinien dafür hat das Gremium bereits verabschiedet.

Qualifizierungsangebote für Fachkräfte

Lehrgänge zur "Fachkraft für Additive Fertigungsverfahren" mit den Fachrichtungen Metall oder Kunststoff bieten zurzeit die LZH Laser Akademie GmbH und fünf weitere Bildungseinrichtungen des DVS an. Facharbeiter, Meister und Techniker, die Anlagen zum selektiven Laserschmelzen bedienen, erwerben in diesen Lehrgängen umfassende Kenntnisse über die Verfahrensprinzipien, Prozessparameter sowie die einzelnen Fertigungsschritte.

Auf Initiative des Europäische Verbands für Schweißen, Fügen und Schneiden (EWF, European Federation for Welding, Joining and Cutting) und der nationalen Zertifizierungsstellen in verschiedenen europäischen Ländern wird derzeit auch auf EU-Ebene ein entsprechendes Zertifizierungssystem aufgebaut. Die von der Europäischen Union geförderten Projekte CLLAIM und SAM entwickeln dafür sowohl Ausbildungsstandards als auch Anrechnungssysteme für Fachkräfte mit Vorkenntnissen.

Angebote für Konstrukteure und Azubis

Die in diesem Artikel genannten Weiterbildungsmaßnahmen richten sich an Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in metallverarbeitenden Berufen und ähnlichen Berufsfeldern. Darüber, wie Betriebe Konstrukteure und Auszubildende für den 3D-Druck qualifizieren können, informiert die phi in der kommenden Ausgabe.

von Silke Kramprich und Ilka Zajons

Bildergalerie zu diesem Artikel

  • Betriebe, die Metallbauteile in 3D drucken wollen, müssen ihre Mitarbeiter gezielt qualifizieren. (Foto: LZH)
  • Mitarbeiter mit Metallberufen können sich zur Fachkraft für Additive Fertigungsverfahren weiterbilden. (Foto: LZH)
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